4. Begriffe kurz erklärt

Integration: Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffs Integration. Die AG Integration des Rates für Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität und Integration (RESI) orientiert sich in ihrem Vorschlag für ein Integrationskonzept in der Deutschsprachigen Gemeinschaft an folgenden Aussagen:

  • Integration verfolgt das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am gesellschaftlichen Geschehen in all´ seinen Facetten.“ (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement in Bonn)
  • „Integration ist ein interaktiver Prozess zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und der Aufnahmegesellschaft, der sowohl eine Integrationsleistung der Zuwanderer als auch eine Veränderung der Mehrheitsgesellschaft beinhaltet.“ (Land NRW)

Integration ist also keine Einbahnstraße, ihr Gelingen hängt nicht nur von den Menschen mit Migrationshintergrund ab. Integration heißt auch, dass die Aufnahmegesellschaft Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Mitte aufnimmt, sie bei ihren Integrationsbemühungen unterstützt und bereit ist Veränderungen zuzulassen.

Flüchtling: Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention definiert einen Flüchtling als Person, die sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz hat, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren kann.

Asylbewerber, Asylsuchender: eine Person, die in einem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzt, Asyl sucht, das bedeutet Aufnahme und Schutz vor politischer, religiöser oder sonstiger Verfolgung. Der Begriff Asylant wird als abwertend empfunden und von Behörden nicht verwendet.

Migrant: ein Mensch, der von einem Wohnsitz/Land zu einem anderen Wohnsitz/Land wandert. Er gibt seinen bisherigen Wohnsitz auf, um an einen anderen Wohnsitz zu ziehen. Aus Sicht seines Herkunftslandes ist der Migrant ein Auswanderer (Emigrant), aus Sicht des Aufnahmelandes ein Einwanderer (Immigrant).

Menschen mit Migrationshintergrund: Diese Umschreibung fasst Migranten und ihre Nachkommen unabhängig von der tatsächlichen Staatsangehörigkeit zusammen.

Anerkannter Flüchtling: Wenn ein Asylsuchender glaubhaft darlegen kann, dass er der Flüchtlingsdefinition laut Genfer Konvention entspricht (siehe oben), wird er als Flüchtling anerkannt. Er erhält das Flüchtlingsstatut und damit ein Aufenthaltsrecht in Belgien. Dieses ist dann von unbefristeter Dauer.

Subsidiärer Schutz: Wenn der Asylantrag nicht den Bedingungen der Genfer Konvention entspricht, wird während desselben Verfahrens geprüft, ob für den Asylbewerber ein reelles Risiko auf ernsten Schaden bei der Rückkehr in sein Herkunftsland besteht, oder im Falle eines Staatenlosen, bei der Rückkehr in das Land, in dem er sich gewöhnlich aufhält, und dieses Land ihn nicht schützen oder er den Schutz nicht in Anspruch nehmen kann. Ebenfalls darf die Person nicht durch die Ausschließungsklauseln (siehe Bedingungen Asyl) ausgeschlossen sein.

Papierlose: Personen, die kein legales Aufenthaltsrecht in dem Land haben, in dem sie sich niedergelassen haben. Papierlose sind nicht offiziell registriert, haben kein Recht zu arbeiten und kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung. Sie bekommen nur dringende medizinische Hilfe gewährt.